Mehr als die Hälfte der Menschen in Uganda sind jünger als 15 Jahre. Die meisten von ihnen haben nur geringe Chancen, verwertbare berufliche Kompetenzen zu erwerben oder formale Berufsabschlüsse zu erreichen. Fehlen diese, finden sie keine Arbeit und können sich auch nicht selbständig machen – eine Situation, die nicht nur das Leben der Jugendlichen stark beeinträchtigt, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung des Landes nachhaltig hemmt. Aus diesem Grund haben wir als Verein uns entschlossen in Einzelfällen auch Jugendliche, die mit dem Rainbow House verbunden sind und sich dort engagieren, in ihrer Berufsausbildung zu unterstützen.

Im Vergleich zu anderen Ländern südlich der Sahara kann der ostafrikanische Staat Uganda beeindruckende Entwicklungserfolgevorweisen. Mit seiner konsequenten Armutsbekämpfungspolitik in Verbindung mit einer soliden Wirtschafts- und Finanzpolitik hat sich Uganda zu einem der Hoffnungsträger der Region entwickelt.

Der Anteil der armen Menschen an der Gesamtbevölkerung konnte halbiert werden: Von 56 Prozent im Jahre 1992 auf aktuell rund 25 Prozent.

Die jüngere Geschichte Ugandas war von Schreckensherrschaft und kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt. Unter den Machthabern Idi Amin und Milton Obote wurden zwischen 1971 und 1986 mehr als 300.000 Menschen ermordet oder kamen im Krieg und in Internierungslagern ums Leben. In den Folgejahrzehnten gab es vor allem im Norden Ugandas immer wieder bewaffnete Konflikte zwischen ugandischen Streitkräften und der Rebellengruppe Lord’s Resistance Army (LRA); viele Menschen wurden dadurch getötet oder verletzt.

Kriege und Terror hatten das wirtschaftliche Leben des Landes ruiniert. Nach der Machtübernahme durch den heutigen Präsidenten Yoweri Museveni im Jahr 1986 konnten jedoch mit einer umfassenden Reformpolitik vielfältige Erfolge erzielt werden. Seither haben viermal Präsidentschafts- und Parlamentswahlen stattgefunden, zuletzt im Februar 2011. Vor der Wahl 2006 wurde ein Mehrparteiensystem eingeführt, das grundlegende politische Mitbestimmung ermöglichen soll.

Im Sommer 2006 nahm die ugandische Regierung Friedensverhandlungen mit der LRA auf, die 33.000 Kindersoldaten in ihre Knechtschaft genommen hatte. Seit März 2008 liegt ein Friedensvertrag vor, dem Joseph Kony, der inzwischen vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag angeklagte Anführer der LRA, jedoch seine Unterschrift verweigert. Dennoch wurde der Frieden im Norden des Landes weitgehend wieder hergestellt, sodass mit der Umsetzung des Friedens-, Wiederaufbau- und Entwicklungsplans für Norduganda begonnen werden konnte. Die LRA hat sich in Nachbarländer wie die Demokratische Republik Kongo, den Sudan und die Zentralafrikanische Republik zurückgezogen und wird dort weiterhin für Entführungen und Morde verantwortlich gemacht. In einem Land, das immer noch unter solchen Konflikten leidet und zerstritten ist, ist friedensstiftende Bildungsarbeit, wie sie das Rainbow House mit seinen Workshops macht, sehr wichtig.

Rund ein Drittel der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei nur 53 Jahren. Auf dem Index menschlicher Entwicklung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen steht Uganda auf Platz 161 von 187 Ländern.

Die Struktur von Ugandas Bildungssystem besteht aus sieben Jahren Grundschule, der eine 4 jährige Phase der Mittelschule und eine 2 jährige Phase der Oberschule folgt. Seit 1997 ist die Grundschulbildung für 4 Kinder einer jeden Familie frei. Die Schülerzahlen stiegen um über 2,5 Millionen auf ca. 6.8 Millionen im Jahr 2000. Dennoch: die Qualität der Grundschulbildung leidet bis heute, an überfüllten Klassenzimmern, schlecht ausgebildeten Lehrern und schlechtem Schulmanagement. Laut UNESCO hat Uganda die höchste Schulabbrecherquote in Ostafrika. Laut einer Umfrage von Schulanfängern im Jahr 1999 beendeten nach 7 Jahren nur 25 % die Primarstufe. Hier spielt das Rainbow House eine wichtige Rolle um Kinder dazu zu bringen ihre Schule mit einem Abschluss zu beenden.

Ugandische Frauen gebären mit 6,7 Kindern pro Frau die zweitmeisten Kinder weltweit. Nur der Niger toppt Uganda noch. Fünfundachtzig von tausend Babys sterben jährlich, bevor sie ein Jahr alt sind. 20 % der Kinder unter 5 Jahren sind untergewichtig. Mit 15 Jahren sind schon 17 % der Mädchen verheiratet, die Hälfte der jungen Frauen heiraten kurz bevor sie 18 Jahre alt werden. Uganda hat vorbildliche Gesetze um die Kinder zu schützen, doch die Umsetzung ist oftmals mangelhaft. Hier leisten NGOs wie das Rainbowhouse wichtige Hilfe, indem sie Aufklärungsarbeit leisten wie z.B: mit dem Theaterprojekt für Mädchen.

Daten aus The Guardian, BMZ, GIZ, UNESCO